Ergebnis der Sitzung des Umweltausschusses: Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigängerkatzen in Bonn
Eine Sitzung des Umweltausschusses mit Signalwirkung. Alle politischen Vertreter stimmten der Einführung der Verordnung zur Katrations- und Kennzeichnungspflicht zu. Nun geht der Antrag in die Ratssitzung am 31. Mai zur endgültigen Beschlussfassung. An dieser Stelle möchten wir allen Mitstreitern danken. Die letzten Wochen waren für uns Tierschützer anstrengend, aber wir sind sehr dankbar für den bisherigen Erfolg.
04.Mai 2012: ab 18 Uhr entscheidet der Umweltausschuss, ob der Verordnung zur Einführung der Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigängerkatzen in Bonn zugestimmt werden kann. Gäste und Unterstützer der Aktion sind herzlich willkommen. Bereits um 17:30 Uhr treffen sich verschiedene Katzenvereine und Tierschützer im Stadthaus (Ratssaal im ersten Obergeschoss).
27. April: Pressemitteilung der Stadt Bonn »Kastration von Freigänger-Katzen könnte in Bonn Pflicht werden«
24. April: Die Aktivitäten der Bonner Katzenschutz-Vereine zeigen Wirkung. Politische Vertreter und bisherige Gegner der Verordnung haben sich bei uns vor Ort über die Situation der unkastrierten Freigänger informiert. Am 3. Mai wird über die Verordnung im Umweltausschuss entschieden. Sehen Sie dazu auch den Beitrag der WDR Lokalzeit Bonn …
Die aktuellen Statistiken der steigenden Katzenpopulation von Katzen in Not e.V., Katzenhilfe Bonn e.V. und Tierheim Bonn belegen den dringenden Handlungsbedarf. Die Antragstellerin “Die Linke” konnte die Bedenken entkräften und trug maßgeblich zur erneuten Aufforderung einer Prüfung bei.
Und tatsächlich: Nach Prüfung der aktuellen Unterlagen hat das Amt für Umwelt eine neue Stellungnahme zum Antrag veröffentlicht und empfiehlt, trotz einiger rechtlicher Bedenken, dem Antrag zur Einführung der Verordnung (die zum 01.07.2012 in Kraft treten könnte) zu folgen: Beschlussvorlage und Entwurf der Verordnung.
Das sollte uns Tierschützer aber nicht beruhigen. Wir werden alle Kräfte mobilisieren und an der bevorstehenden Sitzung am 3. Mai ab 17:30 Uhr vor dem Foyer des Ratssaales im Bonner Stadthaus (nicht das alte Rathaus) teilnehmen. Denn hier wird entschieden, ob der Antrag dem Rat am 31. Mai 2012 zur Beschlussfassung vorgelegt wird. Bitte unterstützen Sie uns auch diesmal mit Ihrer Präsenz.
20. März 2012: es kommt nicht jeden Tag vor, dass Tierschützer die Besuchertribüne einer Sitzung des Umweltausschusses füllen. Viele Aktivisten forderten gestern die Einführung einer Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigängerkatzen in Bonn und erwirkten eine erneute Prüfung durch das zuständige Amt in den nächsten Wochen.

Ein wenig überschlugen sich die Ereignisse am gestrigen Abend: der Antrag der CDU/Bündnis90/Die Grünen das Thema an das Bundesministerium von Frau Aigner zu geben, wurde zurückgezogen. Dann folgte man wieder dem Gutachten des Bonner Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz.
Alle Parteienvertreter des Umweltausschusses wissen um den Handlungsbedarf. Die FDP sieht Bedenken bei einer rechtlichen Auseinandersetzung. Der BBB hingegen stellt die Kontrollpflicht von Freigängerkatzen in Frage, die SPD sieht Handlungsbedarf, zumal eine freiwillig aufgesetzte Maßnahme des zuständigen Amtes im Jahr 2010-2011 nicht den gewünschten Erfolg brachte. Und die Antragstellerin, DIE LINKE, verwies auf weitere Gutachten, der Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz und nahm den Vorschlag einer neuerlichen Überprüfung durch das Umweltamt an.
09. März 2012 aktuell: Berichterstattung des »General-Anzeiger« Bonn vom 09.03.2012 zur anstehenden Sitzung. Zum Artikel …
Rückblick 2009 – 2012 : in 81 Städten und Gemeinden ist die Kastrations-, Kennzeichnungs- und teilweise Registrierungspflicht für Freigängerkatzen bereits eingeführt. In Bonn wurde im Jahr 2009 einem gleichlautender Bürgerantrag zur Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigängerkatzen von allen politischen Parteien im Bürgerausschuss zugestimmt und zur Prüfung an den Umweltausschuss weitergeleitet.
Der Umweltausschuss lehnte den Antrag aus 2009 in seiner Sitzung im März 2010 nicht direkt ab, forderte die Verwaltung jedoch auf, eine Informationskampagne zu starten mit der Aufforderung an Katzenbesitzer, ihre Tiere freiwillig kastrieren zu lassen.
Dieser Infokampagne schlossen sich Bonner Tierärzte mit einer Kastrationsaktion von Nov. bis Okt. 2010 an, die jedoch gebührenpflichtig war. Die Verwaltung erstatte dem Umweltausschuss im März 2011 Bericht, dass bei dieser Aktion nur 13 (DREIZEHN) Katzen kastriert wurden. Der Bericht wurde ohne Diskussion zur Kenntnis genommen und das Thema war somit für den Ausschuss vom Tisch!
Der Tierschutz Bonn und Umgebung zeigte, dass es auch anders geht. Durch eine Spende der Prof. Böcher Stiftung und des Deutschen Tierschutzbundes nahmen von Februar 2011- 06. März 2012 insgesamt 233 Katzen und Kater an der kostenlosen Aktionteil.
Die Bonner Katzenschutzvereine (Katzen in Not, Katzenschutz Bonn Rhein Sieg, Katzenhilfe Bonn, Tierheim Bonn etc.) kastrieren seit Jahrzehnten auf eigene Kosten Tiere von bedürftigen Menschen und kümmern sich um besitzerlose Kreaturen in Freiheit. Das alles mit Spendengeldern, Vereinsbeiträgen und in ihrer Freizeit. Resignierend müssen die Vereine zur Kenntnis nehmen, dass die unkontrollierte Vermehrung in Bonn und Umgebung nicht in den Griff zu bekommen ist, weil immer wieder unkastrierte Freigängerkatzen dazukommen und das Elend der Tiere immer grösser wird. Deshalb fordern wir die Einführung einer Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Zum Antrag zur Einführung einer Kastrationspflicht für Freigängerkatzen


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